Vereinschronik
1970
Aus der Chronik: Es war ein Zug wie nie zuvor – alle hatten viel Humor, an schlechtes Wetter dachte keiner. Doch plötzlich war die Freude im Eimer: Ein Schneesturm zog auf, ein Orkan, der uns allen zu schaffen machte. Trotzdem ging der Zug bis zum Platz – wir waren allerdings nass wie eine Katze!
Die Neuwahlen vom 14. März 1970 mussten am 24. Mai 1970 wiederholt werden, da Beanstandungen an der Einladung dies erforderlich machten.
Mit Bernd Schmitz reiht sich zur Sessionseröffnung der fünfte Ehrensenator in die Ehrenliste von Blau-Gold ein und setzt die stolze Tradition der Auszeichnungen fort.
1971
Für den Karnevalszug stand in diesem Jahr alles unter dem Motto „Rheinbach (S)EXPLOSIV“ – der Elferratswagen zog mit viel Humor und Kreativität durch die Straßen. Die NCR-Damen begeisterten das Publikum als fröhliche Pippi-Langstrumpf-Figuren und sorgten für zahlreiche Lacher.
Ein weiteres Highlight: Das NCR-Marschlied wurde am 11.11. offiziell „aus der Taufe gehoben“. Die Melodie stammt von „Im Blauen Bock“, die Idee kam von Peter Preiser und der Text wurde von Jupp Nawrath verfasst – ein neues musikalisches Aushängeschild für den Verein.
1972
Ein Riesenerfolg wurde das „Fest in Gold“, ein Ball in der laufenden Session, der Vereinsmitglieder und Gäste gleichermaßen begeisterte.
Die NCR-Lumpengarde sorgte im Karnevalszug erneut für Furore – oft kopiert, aber nie erreicht, zeigte sie ihre unverwechselbare Energie und Kreativität.
Endlich konnte unsere überarbeitete Satzung abgeschlossen und die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Rheinbach erfolgreich durchgeführt werden. Damit sind wir offiziell ein eingetragener Verein (e.V.) und stärken unsere rechtliche und organisatorische Basis für die Zukunft.
1973
Die Chronikeintragung zeigt ein eher ruhiges Jahr für den Verein. Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung der Würde des Ehrensenators an Landsturmmann Peter Linn, der diese Auszeichnung mit Stolz entgegennahm.
Das „Fest in Gold“ konnte leider nur mäßige Besucherzahlen verzeichnen. Trotz schöner Kostümierungen und guter Stimmung konnten die Sorgenfalten des Vorsitzenden jedoch nicht ganz gemildert werden – ein Jahr mit gemischten Gefühlen, das trotzdem die Gemeinschaft des Vereins stärkte.
1974
Die Kindergruppe des NCR verzauberte das Publikum in Kostümen der Sesamstraße, während auf dem Elferratswagen die „Schlafmützen“ für Lacher sorgten. Die Damen präsentierten sich auf einem Nostalgiezug als Biedermeier-Damen – alle Gruppen erhielten viel Beifall für ihre Auftritte.
Zum 11.11. feierte das neue Kindertanzcorps Premiere in blau-goldenen Musketier-Uniformen. 14 Mädchen im Alter von 8 bis 15 Jahren begeisterten das Publikum mit einer Choreografie nach Einstudierung von Rolf Hunke.
Für humorvolle Momente sorgten Hein Udelhofen und Hannes Neffgen, die in einem Zwiegespräch als „Zwei Rentner“ ihren Einstand gaben. Besonderes Augenmerk erhielt die neue Uniform der Damen, die viel Bewunderung hervorrief.
Die Presse lobte den Verein: „Es ist bewundernswert, wie sich dieser Verein zäh und unbeirrt durchsetzt.“ und weiter: „Blau-Gold gehört schon seit einigen Jahren mit zu den Stützen des Karnevals der Voreifelstadt Rheinbach.“ – ein Kompliment, das allen Beteiligten gut tat!
1975
Mit bunten Kostümen und auf Rädern genoss der Elferrat die Fröhlichkeit entlang des Zugwegs und sorgte für gute Stimmung bei den Zuschauern.
Die Mitgestaltung der Kirmesveranstaltung im Festzelt verlief jedoch finanziell nicht erfolgreich: Trotz Auftritten von Tony Marshall und dem Oberkrainer Sextett Janes Kalsek fand das Programm bei der Bevölkerung nur begrenzte Resonanz, was zu roten Zahlen führte.
Sportlich hingegen glänzten die NCR-Damen: Bei der Stadtmeisterschaft im KK-Schießen in der Tomburg-Kaserne belegte ihre Mannschaft den 1. Platz. Bis 1979 konnten sie sowohl in der Mannschafts- als auch in der Einzelwertung immer wieder Siege für sich verbuchen – sehr zum Leidwesen der Herren.
Zur Sessionseröffnungssitzung wurde ein neuer Orden für 10-jährige Mitgliedschaft im NCR vorgestellt. Auch wenn der Komiker Jonny Buchard mit seinem Auftritt das Haus nicht füllen konnte, zeigte der NCR-Nachwuchs einen gekonnt einstudierten Marsch und begeisterte das Publikum mit seinem Können.
1976
Gleich zwei Komiteewagen und eine starke Fußgruppe waren beim Karnevalszug dabei und sorgten für fröhliche Stimmung am Zugweg.
Es kam zu einer Wachablösung im NCR-Vorstand: Nach zehnjähriger hervorragender Tätigkeit – ein Jahr als Schatzmeister und neun Jahre als Vorsitzender – übergab Rudolf Reif den Vorsitz an Heinz Udelhofen. Rudolf Reif übernahm erneut das Amt des Schatzmeisters, das er bis 1994 ausübte.
Ein weiteres Highlight war das Sommerfest auf Gut Waldau, das als Fest der Superlative gefeiert wurde. Erstmals bewirtschaftete der Verein das Festzelt zur Kirmes in eigener Regie, und mit den Bläck Fööss als Gäste erlebten die Besucher einen unvergesslichen Auftritt – die Stimmung im Zelt war grandios.
Besondere Ehre wurde Hildegard Schnepper, Präsidentin des Damenkomitees Blau-Weiß, zuteil: Sie wurde zur Ehrensenatorin ernannt und in den erlauchten Kreis gestandener Herren aufgenommen.
1977
Mangels ausreichender Teilnehmerzahlen fand der Ball „Fest in Gold“ zum letzten Mal statt. Dafür feierte das 1. Damen-Fremdensitzungscorps am 30. Januar 1977 einen großen Erfolg. Alle Frauenherzen schlugen höher, als Stargast René Carol sein berühmtes „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“ zum Besten gab. Anschließend regnete es Sträußchen – die Stimmung war ausgezeichnet, und die wartenden Männer fanden am Abend eine recht ausgelassene Damenschar vor. Die Presse lobte die Veranstaltung – der NCR lag eindeutig im Trend.
Ein weiteres Highlight der Saison: Zum Auftritt der Bläck Fööss zur Kirmes im Festzelt kamen 700 Besucher – die Band bewies einmal mehr ihre Zugkraft. Mit Fackelzug, Fanfarenklang und Paukenschlag wurde die Session 1977/78 feierlich eingeläutet. Bei der Eröffnungssitzung war zudem Lotti Krekel als Gast dabei, was die Feierlichkeiten perfekt abrundete.
1978
Über 300 charmante Närrinnen kamen zur Damen-Fremdensitzung, bei der die Damen das Motto „nur für uns“ in vollen Zügen genießen konnten. Auch am Windmühlenwagen hängen noch heute viele lachende Erinnerungen der mitgefahrenen NCR-Damen im Zug.
Der Elferrat nahm Rheinbachs „Hochhaus“ an der Koblenzer Straße aufs Korn und sorgte für Heiterkeit. Sportlich erfolgreich war das Fußballfreundschaftsspiel zwischen dem NCR und den Stadtsoldaten Bad Godesberg, das mit 9:1 für den NCR endete.
Nach langer Zeit fand wieder ein Prinzenempfang im Rathaus statt: Für seine Verdienste um den vaterstädtischen Karneval wurde Bürgermeister Heinz Büttgenbach zum Ehrensenator ernannt. Mit Hans Neffgen und Helmut Ganß brachte der Verein zusätzlich Rheinbacher Lokalkolorit auf die Bühne.
Ein Highlight der Karnevalsunterhaltung war das Schrubberballett: Mit Ringelstrümpfen, Aufnehmer-Wolken(höschen), Staubtuchhemd, Topfreiniger als Kopfbedeckung und Schrubber als Utensil wurde das Stück stürmisch gefeiert und brachte das Publikum zum Lachen.
1979
Die Veranstaltung „nur für Damen“ wurde als echter „Schlager“ kommentiert. Ein mehrstündiges Programm brachte die Damen auf die Stühle und sorgte für beste Stimmung.
Die Damen-Lumpengarde bereicherte den Karnevalszug mit einem urigem Doppelrad, wobei sie vor lauter Eifer gar nicht bemerkten, dass vom Gepäckträger die Kamelle „stibitzt“ wurden. Der Elferrat wanderte als abgeschlagene Bäume vom Prümer Wall durch den Zug und erhielt viel Beifall – eine Persiflage auf den Kahlschlag der Bäume auf den Wällen.
Für das erste NCR-Brautpaar Helga Brandenburg und Ludwig Simons standen die Mitglieder an der Kirche Spalier und gaben dem Festakt einen besonderen Rahmen.
Der Kirmesbesuch im Festzelt verlief erfreulich und finanziell konnte der Verein langsam wieder durchatmen. Gleichzeitig war dies die letzte Session, in der der 11.11. mit einer Eröffnungssitzung von Blau-Gold gefeiert wurde.














